Ein wirklich sehr guter Film! Die knapp 2,5 Stunden waren sehr kurzweilig, für mich gab es keine einzige Länge.
Alleine die Besetzung ist schon der Hammer! So viele sehr bekannte Schauspieler habe ich selten in einem Film gesehen. Und jeder macht seine Sache richtig gut!
Das Thema ist wieder einmal sehr heikel! Wenn es um Rassismuss geht muss man auf jedes Wort aufpassen, dass man von sich gibt.
Die beiden Schlussplädoyers fassen eigentlich das wichtigste zusammen:
Die Verteidigung schildert nochmal den Fall des kleinen Mädchens... Unfassbar, was ihr angetan wurde, dafür gibt es keine Entschuldigung! Wenn man also davon ausgeht, dass die beiden Täter wirklich nur 10 Jahre bekommen hätten, ist das ein schlechter Witz!
Somit kann man Carl Lee Hailey schon verstehen. Genau darauf zielte ja auch die Argumentation, dass die Jury merkt, dass sie wohl alle auch so gehandelt hätten und Carl somit frei sprechen. Am Ende hat es funktioniert.
Folgt man jedoch der Argumentation der Gegenseite, kommt man zu dem Schluss, dass Carl schuldig ist. Sein Verhalten ist zwar nachvollziehbar, jedoch hat er nicht das Recht, den Staat davon abzuhalten, für Recht und Ordnung zu sorgen (auch wenn die Strafe für die Täter sehr sehr klein gewesen wäre).
Mein Fazit zur Schuldfrage: Menschlich gesehen absolut nachvollziehbar, keine Frage! Jedoch hat die Gegenseite recht, das Motiv mag noch so edel sein, am Ende bleibt es Mord!
=> Schuldig
Todesstrafe, ja oder nein?
Das ist nun ganz allgemein gehalten, so wie auch während des Filmes mal darüber geredet wird, steht also nicht in Bezug auf den Fall von Carl, ob er getötet werden sollte oder nicht.
Eine sehr schwere Frage! Jedoch muss ich sie mit einem ja beantworten.
Mag hart klingen, aber für so unmenschlich halte ich die Todesstrafe nicht!
Ein Mörder oder Vergewaltiger hat eindach nichts anderes verdient!
Nehmen wir doch die beiden Täter aus dem Film: Sie wollten das kleine Mädchen töten, haben es 2 mal versucht, nur durch Glück konnte sie überleben. Dazu kommen noch all die anderen schrecklichen Dinge, die sie mit ihr gemacht haben! Warum sollten die beiden es verdient haben, noch zu leben, wenn sie doch ihr Opfer auch töten wollten? Nehmen wir an, dass die Kleine gestorben wäre, warum soll es also den Tätern besser ergehen als dem Opfer? Noch dazu spart man sich das Geld, was man für deren Versorgung im Knast aufwenden müsste. Ein Rückfall, und somit weitere Opfer, ist auch ausgeschlossen!
Ok, das Gegenargument wird nun wohl sein, dass dann auch Unschuldige der Todesstrafe erliegen können. Aber wenn man das genau nimmt, ist das nicht das Problem der Todesstrafe an sich, sonder das Problem der vorausgegangenen Verurteilung: Wenn ein Unschuldiger verurteilt wird (egal ob zur Todesstrafe oder zu einer Geld-/Haftstrafe) liegt der Fehler eindeutig beim Urteil, somit ist das mMn kein Argument gegen die Todesstrafe, denn der Fehler wird dann vorher begangen.
=> Davon ausgehend, dass alles richtig läuft und nur die, die es "verdient" haben, die Todesstrafe erhalten, bin ich nicht wirklich dagegen.
Noch kurz die Wertung:
9.5/10
Sonntag, 20. Februar 2011
Die Jury
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