Mittwoch, 18. Mai 2011

Scream 4


Meine Erwartungen waren extrem hoch! Und eines vorweg, sie wurden noch übertroffen!

Das Intro ist direkt der Hammer, damit hatte der Film bei mir schon gewonnen! Ein Film im Film im Film, mit flotten Dialogen und einer Klatsche für die aktuell als Horrorfilm verkleideten „Folterpornos“ (Wie exemplarisch Saw IV bezeichnet wird).

Scream 4 strotzt nur so vor Zitaten und Anspielungen auf Horrorklassiker und vor allem auch auf sich selbst und seine Vorgänger.


Man spürt, dass es ein Remake, ein Reboot und auch eine Fortsetzung ist, weil die Regeln für alle drei eingehalten werden. Deutlich wird das daran, dass es für jeden alten Charakter ein Junges Gegenstück gibt. Einer Staffelübergabe steht also nichts im Weg.

Hier kommt aber der für mich beste Aspekt des Films: Scream 4 will kein Reboot und kein Remake sein und schon gar nicht soll es zu einer Staffelübergabe kommen! Schon seit Scream 2 werden Filmfortsetzungen kritisiert. Ebenso kritisch wird die Art und Weise von Fortsetzungen, vor allem im Horrorgenre, gesehen. Die "make it dark, make it more gritty and more realistic“-Remakes, die Freddy, Jason, Leatherface und viele andere klassische Horrorikonen über sich ergehen lassen mussten, sind nicht das, was sich die Köpfe hinter Scream wünschen. Scream 4 weigert sich schreiend dagegen sich zu ändern, viel mehr ist er der Horrorklassiker, den es leider seit Jahren nicht mehr gab. Ghostface greift daher nicht auf eine Kettensäge oder übernatürliche Kräfte zurück, er nutzt schlicht dass gute alte Messer als Mordinstrument.


Der Film spielt also im Kleinen sowie im Großen mit den Erwartungen des Zuschauers und vernichtet diese eiskalt. Ein kleines Beispiel, was nun durchaus einen SPOILER beinhaltet: Der Junge mit der Kamera an Headset hat die Kamera in einer Szene aus Versehen nach hinten gerichtet und schaut dann per iPhone nach, ob sein ständig geschalteter Livestream funktioniert. Jeder, aber wirklich jeder erwartet doch nun, dass er Ghostface von hinten kommen sieht, es aber zu spät realisiert. Stattdessen passiert... nichts. Doch dann geht die Haustür auf und Ghostface kommt aus dem Haus. Genial!


Kommen wir zurück zur Staffelübergabe: Alles scheint nur dafür vorbereitet. Sidney, Gale und Dewey verkommen (wohl absichtlich) hauptsächlich zu Beobachtern. Die neue Generation steht im Mittelpunkt, allen voran Kirby (Hayden Panettiere), die ihre Rolle super spielt und die meiste Sympathie auf sich zieht. Facebook, iPhone und Co. werden von dieser jüngeren Generation eifrig genutzt, jedoch werden diese Begriffe nur selten genannt und wirken irgendwie fremdartig. Auch hier wehrt sich Scream 4 gegen Veränderungen und will nicht mit dem Strom schwimmen. Anstatt seine berühmte Frage per Twitter zu stellen, will Ghostface lieber am Telefon erfahren, was der Lieblingshorrorfilm seines Opfers ist.

Man wartet also nur darauf, dass Gale und Dewey gemeuchelt werden und Sidney im Finale auf traurige Weise ums Leben kommt.


UND JETZT KOMMEN WIR IN EINEN BEREICH, DER EXTREME SPOILER ENTHÄLT!!!


SPOILER!!!!


An dieser Stelle zeigt Scream 4 dem Reboot-Wahn endgültig den Stinkefinger! Die zweite Generation gibt komplett den Löffel ab und nur die alten Hasen überleben. Es geht sogar so weit, dass Sidney ihre jüngere Version mit einem Defibrillator schockt und erschießt.

Der (letzte) Satz des Filmes, der im Nachhinein den Grundton des gesamten Werkes darstellt, ist:


"You forgot the first rule of remakes; don't fuck with the original! "



Was mir noch aufgefallen ist:


  • War Scream die Feststellung, das Medien Gewalt hervorrufen, so ist Scream 4 der Umkehrschluss, dass Gewalt auch Medien hervorruft.

  • Jill, Sidneys Cousine, als „Finale Girl“ ist die Sidney des 4. Teils, gleichzeitig aber auch der Killer. Sie will Sidney töten um selbst Berühmtheit zu erlangen. Lustigerweise ist Emma Roberts (Jill) die Nichte von Julia Roberts. Man könnte also sagen, dass sie mit dieser Rolle versucht Julia zu töten und selbst berühmt zu werden. Natürlich nur im übertragenen Sinne.

  • Screamakes ist ein geniales Wort ^^

  • Einen riesen Witz macht die FSK. Während die ersten drei Teile nur extrem geschnitten sind und noch nicht einmal einen Schnitt in den Arm zeigen dürfen, bekommt Scream 4 trotz einem deutlich gezeigten Schnitt durch die Kehle und weiteren, recht heftigen Szenen eine Freigabe ab 16. Das verstehe wer will.


Für mich ist Scream 4 der bisherige Film des Jahres! Je länger man darüber nachdenkt, desto genialer wird der Film, da der Stinkefinger an die ständige wachsende Zahl der Reboots und Remakes erst dann wirklich zu erkennen ist. Scream wehrt sich mit allem gegen diesen Wahn und ist trotzdem oder gerade deswegen eine Bereicherung für jeden Horrorfan.


Dieses Meisterwerk verdient nicht weniger als:


10/10





Sonntag, 20. Februar 2011

Tödliches Kommando – The Hurt Locker


Die Story ist recht schnell erzählt, es geht um ein Bombenräumkommando der US-Armee im Irak. Zu Beginn sieht man dieses bei der Arbeit, wobei der Vorgesetzte getötet wird.
Dieser Umstand gibt den Anlass, dass James der neue Vorgesetzt der Truppe wird. James ist ein Einzelgänger, der den Nervenkitzel liebt und nur wenig mit seinen beiden Kollegen kommuniziert. Meist entschärft er die Bomben im Alleingang.
Erst nachdem die Einheit in einen Hinterhalt gerät, aus dem sie nur gemeinsam entkommen, raufen sie sich einigermaßen zusammen und arbeiten besser miteinander.
Einer der drei wird im weiteren Verlauf verletzt und "darf" nach Hause fliegen. Die Übriggebliebenen müssen noch wenige Tage überstehen, damit ihr Zeit im Irak vorbei ist, was ihnen auch erfolgreich gelingt.

Zu Hause wartet eine Frau ( Kate aus Lost ) und ein Sohn auf James, doch nach eigener Aussage gibt es nur noch eine Sache, die er wirklich liebt. Im Abschluss sieht man ihn wieder im Irak, wo er nun für ein weiteres Jahr Bomeben entschärfen wird.

Die Tatsache, dass James wieder zurück geht und einfach weiter machen muss, bestätigt das zu Beginn gezeigte Zitat:
„Der Rausch des Kampfes wird oft zu einer mächtigen und tödlichen Sucht. Denn Krieg ist eine Droge.“

Ich denke, dass das für den ein oder anderen Soldaten wirklich zutreffen kann. Jedoch niemals für alle! Ich kann mir nicht vorstellen, dass man wirklich süchtig nach Krieg sein soll.
Ok, es wird vielleicht eine Art "berauschender Zustand" sein, wenn man im Krieg kämpft, aber ist dieser Rausch mit positiven Gefühlen verbunden?
Durch Drogen stumpft man ab, das ist, so denke ich, auch beim Krieg der fall. Man verliert nach und nach die Menschlichkeit, wenn man immer wieder töten muss.
Zugegeben, es kann sein, dass ich Müll schreibe, da ich einfach keine Ahnung habe, aber so versuche ich das zu interpretieren.

James ist tatsächlich süchtig, jedoch nicht nach dem Krieg, eher nach dem Nervenkitzel, den das Entschärfen von Bomben mit sich bringt. Er scheint diesen Kick zu brauchen.
Er sammelt ja auch Teile von allem, was ihn beinahe umgebracht hat - Stücke von jeder Bombe/ jedem Zünder und seinen alten Ehering ^^


Dieser Film ergreift zu keiner Zeit Partei für die USA oder den Irak, er zeigt nur was diese eine Einheit im Krieg erlebt, ohne eine Wertung abzugeben. Manche haben diesen Sachverhalt kritisiert, ich jedoch sehe darin kein Problem, warum muss ein Film denn immer Stellung beziehen und kann nicht einfach bestimmte Dinge zeigen, zu denen man sich dann selbst ein Bild macht?
Auch Rassismus wurde dem Film schon vorgeworfen, was ich aber für sehr schwachsinnig halte! Angeprangert wurde z.B. die Tatsache, dass jeder Iraker ein Verdächtiger sein, aber man muss sich mal vorstellen, dass die Soldaten da gerade eine Bombe entschärfen, die jemand zu jeder Zeit zünden könnte, also ist doch logisch, dass jeder Mensch im Umfeld der Bombe der Mensch sein könnte, der den Zünder bei sich hat und die Bombe hochgehen lässt!


Fazit
Ein sehr spannender Kriegsfilm, der einen teilweise atemlos zuschauen lässt, da die Spannung während der Entschärfung der Bomben praktisch greifbar ist!
Positiv finde ich auch, dass hier keine Militärparade zelebriert wird, in dem man jede erdenkliche Kriegsmaschine auffahren lässt! Man sieht nur diese eine Einheit, die ihren Job macht und dabei ab und zu zu den Waffen greifen muss. Das wirkt sehr viel realistischer als viele andere Kriegsfilme.

8/10


Die Jury

Ein wirklich sehr guter Film! Die knapp 2,5 Stunden waren sehr kurzweilig, für mich gab es keine einzige Länge.
Alleine die Besetzung ist schon der Hammer! So viele sehr bekannte Schauspieler habe ich selten in einem Film gesehen. Und jeder macht seine Sache richtig gut!

Das Thema ist wieder einmal sehr heikel! Wenn es um Rassismuss geht muss man auf jedes Wort aufpassen, dass man von sich gibt.
Die beiden Schlussplädoyers fassen eigentlich das wichtigste zusammen:
Die Verteidigung schildert nochmal den Fall des kleinen Mädchens... Unfassbar, was ihr angetan wurde, dafür gibt es keine Entschuldigung! Wenn man also davon ausgeht, dass die beiden Täter wirklich nur 10 Jahre bekommen hätten, ist das ein schlechter Witz!
Somit kann man Carl Lee Hailey schon verstehen. Genau darauf zielte ja auch die Argumentation, dass die Jury merkt, dass sie wohl alle auch so gehandelt hätten und Carl somit frei sprechen. Am Ende hat es funktioniert.
Folgt man jedoch der Argumentation der Gegenseite, kommt man zu dem Schluss, dass Carl schuldig ist. Sein Verhalten ist zwar nachvollziehbar, jedoch hat er nicht das Recht, den Staat davon abzuhalten, für Recht und Ordnung zu sorgen (auch wenn die Strafe für die Täter sehr sehr klein gewesen wäre).

Mein Fazit zur Schuldfrage: Menschlich gesehen absolut nachvollziehbar, keine Frage! Jedoch hat die Gegenseite recht, das Motiv mag noch so edel sein, am Ende bleibt es Mord!
=> Schuldig


Todesstrafe, ja oder nein?

Das ist nun ganz allgemein gehalten, so wie auch während des Filmes mal darüber geredet wird, steht also nicht in Bezug auf den Fall von Carl, ob er getötet werden sollte oder nicht.

Eine sehr schwere Frage! Jedoch muss ich sie mit einem ja beantworten.
Mag hart klingen, aber für so unmenschlich halte ich die Todesstrafe nicht!
Ein Mörder oder Vergewaltiger hat eindach nichts anderes verdient!
Nehmen wir doch die beiden Täter aus dem Film: Sie wollten das kleine Mädchen töten, haben es 2 mal versucht, nur durch Glück konnte sie überleben. Dazu kommen noch all die anderen schrecklichen Dinge, die sie mit ihr gemacht haben! Warum sollten die beiden es verdient haben, noch zu leben, wenn sie doch ihr Opfer auch töten wollten? Nehmen wir an, dass die Kleine gestorben wäre, warum soll es also den Tätern besser ergehen als dem Opfer? Noch dazu spart man sich das Geld, was man für deren Versorgung im Knast aufwenden müsste. Ein Rückfall, und somit weitere Opfer, ist auch ausgeschlossen!
Ok, das Gegenargument wird nun wohl sein, dass dann auch Unschuldige der Todesstrafe erliegen können. Aber wenn man das genau nimmt, ist das nicht das Problem der Todesstrafe an sich, sonder das Problem der vorausgegangenen Verurteilung: Wenn ein Unschuldiger verurteilt wird (egal ob zur Todesstrafe oder zu einer Geld-/Haftstrafe) liegt der Fehler eindeutig beim Urteil, somit ist das mMn kein Argument gegen die Todesstrafe, denn der Fehler wird dann vorher begangen.
=> Davon ausgehend, dass alles richtig läuft und nur die, die es "verdient" haben, die Todesstrafe erhalten, bin ich nicht wirklich dagegen.


Noch kurz die Wertung:
9.5/10


Final Fantasy VII: Advent Children – Complete



Ich weis nicht ob es hier überhaupt großartig jemanden interessiert, denn wer das Spiel nicht kennt, wird auch mit dem Film nichts anfangen könne, soviel steht eigentlich sicher fest!
Jedoch kannte ich selbst die Story des Spiels auch nur ganz grob und in Ansätzen, als ich damals „Final Fantasy VII: Advent Children“ gesehen habe. Ich gebe zu, dass ich sehr verwirrt war, den Film und vor allem die Charaktere aber so interessant fand, dass ich mir das Spiel besorgt habe. Während dem Spiel und nachdem ich den Film noch mal geschaut habe, wurde dann einiges klarer und der Film noch mal besser!
Jetzt soll es aber um „Final Fantasy VII: Advent Children – Complete” gehen, eine überarbeitete Version des Filmes, die auf Blu Ray erscheint, 26 Extra-Minuten und über 1000 Änderungen mit sich bringt.
Es ist wirklich unglaublich, was diese Änderungen bewirken! Wie schon geschrieben fand ich den Film bereits gut, aber diese Version überflügelt noch mal alles! Viele Storyabschnitte werden noch deutlicher, klarer und auch logischer. Das Gesamtpaket wirkt noch stimmiger und emotionaler. Es ist wirklich unglaublich, wie viel solche kleinen Änderungen bewirken können!

Die Story ist viel zu komplex, als dass ich sie hier kurz erklären könnte, vor allem, wenn man die verschiedenen Spiele noch mit einbezieht, was ein Muss ist, wenn alles einen Sinn ergeben soll. Daher hier nur kurz meine persönlichen Highlights aus dem Film:

- Der Kampf zwischen Tifa und Loz in Aeriths Kirche. Einfach super, wenn die Kampfmelodie aus dem Spiel zu hören ist, als der Kampf beginnt. Das Beste an der Szene kommt aber erst, als Loz besiegt zu sein scheint und sein Handy klingelt, wobei der Klingelton wiederum die Melodie aus dem Spiel ist, die ertönt, wenn man einen Kampf gewonnen hat. Herrlich, diese Anspielungen =)

- Das Wiedersehen mit der gesamten Truppe aus dem Spiel und der gemeinsame Kampf gegen Bahamut.
Bahamut ist in vielen Final Fantasy Spielen ein „Monster“, welches beschwört werden kann. Er nimmt z.B. in Final Fantasy IX eine sehr wichtige Rolle ein und ist ansonsten immer eines der stärksten „Monster“.
Alleine diese Tatsache ist für Fans schon sehr cool, aber wie er dann besiegt wird ist einfach top! Cloud beginnt wieder an sich zu glauben und nimmt den Kampf auf, um Bahamut in den Himmel hinauf folgen zu können, bekommt er nacheinander von jedem seiner Freunde eine Sprunghilfe, am Ende sogar von der toten Aerith. Somit hat er genug Kraft, um Bahamut den Todesstoß zu versetzen.

- Das Wiedersehen mit Sephiroth
Sephiroth ist der Gegenspieler in Final Fantasy VII, ein legendärer SOLDAT, der wahnsinnig wurde, weil er nur das Ergebnis eines bizarren Experimentes ist. Er tötete Aerith und wurde am Ende von Cloud besiegt.
In „Advent Children“ kommt er wieder zurück und begrüßt Cloud mit „Es ist lange her, Cloud“. Seine arrogante Art und Überheblichkeit sind einfach genial dargestellt! Deutlich wird das vor allem durch seine wenigen Sprüche während des Kampfes:
"Auf die Knie! Nun zeige Demut und winsele um Gnade!"
"Ich frage mich, Cloud, was könnte ich dir wohl schenken? Wie wäre es mit Verzweiflung?"

Sephiroth scheint Cloud zu besiegen und spiest ihn mit seinem Masamune auf. Um dem noch die Krone aufzusetzen fügt er Cloud weitere schwere Verwundungen zu, zum ersten Mal im Film ist Blut zu sehen!
Sephiroth setzt zum letzten Schlag an: "Was ist für dich das Teuerste auf dieser Welt? Schenk mir die Genugtuung es dir zu entreißen!"
Cloud schöpft durch eine Art Erscheinung seines alten, verstorbenen Freundes Zack neue Kraft und kann Sephiroth besiegen "Ich bemitleide dich! Du hast überhaupt nichts verstanden! Es gibt nichts, was mir nicht teuer wäre!"
Der Kampf Endet mit einem letzten kurzen Wortwechsel:
"Jetzt finde deinen Frieden...In meinen Erinnerungen."..."Erinnerungen...können mir niemals gerecht werden!"

Irgendwie hat Sephiroth recht, denn für mich ist er einer der (wenn nicht sogar DER) Antagonisten der Videospielgeschichte! Er ist extrem böse, gleichzeitig aber auch einsam und bemitleidenswürdig, da er selbst nur eine Marionette ist, die genau deshalb den Verstand verliert und sich gegen alles und jeden wendet!



Fazit
Ein Muss für Final Fantasy Fans und ein unterhaltsamer, bildgewaltiger, aber verwirrender Film für alle Anderen.
Viele kleine Details und Anspielungen auf das Spiel zeugen davon, wie liebevoll die Macher an diesem Meisterwerk gearbeitet haben.
Die überarbeitete Version macht alles noch besser und hat nichts anderes als die Höchstpunktzahl verdient!

10/10


Predators



Ich liebe die Predator/Predatoren/Predators! Schon den ersten Film fand ich gut, wobei die Sprüche von Arnie und Co. schon etwas überzogen waren, aber das machte den Film aus^^
Im dritten Teil gibt es auch massig "cooler" Sprüche!
Die Charaktere sind wirklich gut ausgewählt, alle möglichen Killer dieser Welt sind vertreten. Jeder einzelne glaubwürdig gespielt.
Wie diese Killer auf den fremden Planeten kommen, weis niemand so genau, wahrscheinlich jedoch wurden sie einfach entführt und abgesetzt.
Genau wie in "Alien vs. Predator" sind die Predator nur auf die Jagd aus! Die Menschen dienen als Wild. Damit das ganze spaßiger wird, sind das nicht irgendwelche Menschen, sondern eben solche, die wissen, wie sie sich zu verteidigen haben. Sogar ihre Waffen hat man ihnen gelassen.

Nach und nach sterben die Menschen, ohne eine Chance zu haben. Langsam erfahren sie aber immer mehr über ihre Widersacher und passen sich an. Nett ist dabei die Erwähnung von Arnie und seiner Geschichte^^

Gegen Ende des Films fallen dann auch die Predator nach und nach. Meist jedoch nur durch ein menschliches Opfer, so zündet beispielsweise einer mehrere Granaten, während er an der Klinge eines Predator hängt.

Das Ende des Filmes ist praktisch auch der Anfang, da immer wieder neues "Wild" geliefert wird. Die Predator nutzen das ganze als eine Art Training, so lernen sie daraus, wenn einer von ihnen stirbt, was aber nicht oft vorkam, und passen sich an. Dieses eine Mal jedoch wurden sie alle ausgelöscht, die Menschen sind übrig geblieben!

Sehr cool ist die Szene, in der die beiden Predator gegeneinander kämpfen. Offensichtlich gibt es zwei Arten von ihnen, die sich bekriegen. Einer der kleineren Rasse wurde von den anderen gefangen und später von den Menschen befreit. Er ist also der gute! Ironischerweise ist er der einzige, der genau so aussieht, wie die beiden Predator aus den ersten beiden Filmen, wo er noch der Gegner war.

Wer auf Action und Sci-Fi und vor allem auf den ersten Predator steht, sollte sich diesen Film unbedingt anschauen!
Es ist schön zu sehen, wie sich die Gruppe aus den unterschiedlichsten Persönlichkeiten zusammenrauft und ums Überleben kämpft, gegen einen Gegner, der kaum zu besiegen ist!

8,5/10


American Beauty

„Der ironische Blick hinter die äußerlich glänzende Fassade von Kleinstadt-Amerika wird durch eine komplementäre Erzählebene anteilnehmend und mit neugieriger Sensibilität zu einem komplexen und hintergründigen Menschen- und Generationsporträt ausgeweitet. Ein höchst bemerkenswerter Erstlingsfilm, der stilistisch und darstellerisch gleichermaßen überzeugt.“


Diese Kritik bringt es eigentlich genau auf den Punkt!

Nun aber zu meiner eigenen kleinen Kritik:


In weniger als einem Jahr bin ich tot. Natürlich weiß ich das jetzt noch nicht.“

So fängt der Film an. Eine nette Ankündigung, die durch den zweiten Satz an Schärfe verliert, da man nun eher schmunzelt.


Lester führt mit seiner Familie ein ganz normales Leben im eigenen Haus, in einer beschaulichen kleinen Nachbarschaft.

Apropos Nachbarschaft, ins Haus nebenan zieht eine weitere, vollkommen normale Familie.

Man sieht, nach außen ist alles normal. Intern brodelt es jedoch mächtig!

Lester ist unzufrieden mit seinem Leben. Sein Job macht ihm keinen Spaß, seine Frau hat er offenbar schon sehr sehr lange nicht mehr nackt gesehen, seine Tochter hasst ihn. Er hat anscheinend nichts im Leben, das ihn erfreut.

Die Nachbarn haben ebenfalls ihre Probleme. Der Sohn treibt illegale Geschäfte mit Drogen, die Mutter ist vollkommen neben der Spur und der Vater ist ein recht radikaler Ex-Soldat, dessen Hass gegen Schwule offensichtlich wird.

Nach und nach beginnt die Fasade um die heile Welt zu bröckeln. Zunächst wird Lester langsam aber sicher scharf auf die Freundin seiner Tochter. Er träumt sogar von ihr.

Die Tochter und der Nachbarsjunge kommen sich immer näher und verlieben sich schließlich.

Lesters Frau treibt es wild mit einem Kollegen und erhofft sich daraus einen Aufstieg in ihrer Karriere.

Lester selbst verliert seinen Job, was ihm jedoch gelegen kommt, da er dabei seinen Chef erpresst und eine Menge Geld abstauben kann. Da er aber eine Beschäftigung möchte, arbeitet er in einem McDonalds ähnlichem Restaurant, wo er dann am Drive-Through seine Frau mit ihrem Liebhaber erwischt.

Das große Finale sieht so aus, dass Lester mit der jungen Schönheit schlafen möchte, dies aber nicht tut, da diese noch Jungfrau ist. Seine Tochter macht es sich mit dem Nachbarsjungen gemütlich und seine Frau ist auf dem Weg nach Hause. Nachdem ihr Liebhaber die Affäre beendet hat, möchte sie Lester erschießen.

Dabei kommt ihr jedoch der, mittlerweile als schwul enttarnte, Nachbar zuvor. Da dieser Lester geküsst hat und nun wohl seinen Stolz und das Geheimnis waren möchte, sieht er anscheinend keine andere Möglichkeit als Lester zu töten.

Eine sehr drastische Lösung, wie ich finde!

Lester ist über seinen Tod allerdings nicht traurig oder gar wütend: Er ist dankbar für jeden Moment seines „dummen, kleinen Lebens“.


Ja, in der gezeigten Zeit in Lesters Leben schien er mit zunehmender Dauer immer glücklicher zu werden. Er hat es geschafft aus seinem kleinen, normalen Leben auszubrechen und einfach das zu tun, was ihn eben glücklich macht. Die Beziehung zu seiner Tochter scheint ebenfalls auf dem Weg der Besserung gewesen zu sein.

Angefangen hat dieser Ausbruch wohl mit der Begegnung mit dem Nachbarsjungen, der Lester mit Drogen versorgt hat. Ironischer Weise führt diese Beziehung auch zum Tod von Lester, denn beim Deal werden die beiden vom schwulen Ex-Soldaten beobachtet, der durch seinen Blickwinkel ein vollkommen falschen Bild von der Szene bekommt. Er nimmt an, dass sein Sohn schwul ist und Lester ein wenig „verwöhnt“ hat. Daraufhin geht er zu Lester und küsst diesen. Offensichtlich ist er also selbst schwul und kann nicht damit umgehen. Ich nehme an dass er so große Angst hat, dass das raus kommt, dass er nur noch den Ausweg sieht, dass er Lester erschießen muss.

Ich persönlich kann das nicht so wirklich beurteilen, aber der Film zeigt uns, dass eine kurze Phase im Leben reicht, um wirklich glücklich zu sein. Lester bereut anscheinend nichts, er ist glücklich darüber, dass er am Ende noch eine so schöne Zeit hat.

Das ist doch mal eine hoffnungsvolle Botschaft!



Fazit

Ein sehr erfrischender Film, der die angeblich heile Welt zeigt und wie sie wirklich ist. Ebenso wird der Ausbruch aus dieser Traumwelt gezeigt und wie schön dieser sein kann.

Der Film ist kurios, lustig und durchweg unterhaltsam.

Kevin Spacey spielt überragend! Man kauft ihm sein tristes Leben am Anfang genau so ab, wie die Wende zum Glücklich sein. Super!


8/10


Mittwoch, 16. Februar 2011

Black Swan (Nadine)

Black Swan

Jeder, der sich auch nur ansatzweise für Filme interessiert, dürfte den Hype um Black Swan mitbekommen haben. Zuerst dachte ich mir, dass ein Tanz bzw Ballett Film sicher nicht so toll sein kann, dass der ganze Hype darum gerechtfertigt wäre. Doch der Tag, der Filmpremiere näherte sich und auch mehr Details kamen ans Tageslicht. Und schließlich kam auch bei mir der Hype an. Ich musste den Film unbedingt sehen!


Kurz zum Inhalt:
In dem Psychothriller BLACK SWAN bekommt die junge, aufstrebende Ballerina Nina (Natalie Portman) die Doppelrolle ihres Lebens: In ''Schwanensee'' soll sie sowohl den unschuldigen weißen als auch den dämonischen schwarzen Schwan verkörpern. Während sie die perfekte Besetzung für den weißen Schwan ist, muss sie für den Gegenpart der Figur lernen loszulassen und die dunkle Seite in sich hervorbringen. Angetrieben von dem charismatischen Ballettdirektor Thomas Leroy (Vincent Cassel) versucht sie verzweifelt ihre Blockaden zu überwinden. Ausgerechnet die neue, attraktive Kollegin Lily (Mila Kunis) hat all das, was Nina zu fehlen scheint. Droht Nina sogar die Rolle an Lily zu verlieren? Ninas Verzweiflung wächst und sie stößt einen ebenso befreienden wie selbstzerstörerischen Prozess an, bei dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen. Aber ungeachtet aller Gefahren treibt Nina ihre Vorbereitungen für die Premiere des Stücks weiter – denn für sie zählt nur eines: Vollkommenheit.


Meine ''Kritik'':
Trotz des Hypes und meiner Vorfreude, war ich in den ersten Minuten richtig skeptisch, denn Black Swan wirkt am Anfang nur wie ein weiterer Tanzfilm, wo die Hauptdarstellerin darum kämpfen muss, dass sie ''die Auserwählte'' sein wird. So wirkt er auch, allerdings ändert sich das recht schnell. Spätestens als Nina zum Direktor Thomas ins Büro geht und dieser von Nina ''überzeugt'' werden möchte, dass sie die Rolle verdient und niemand anderes, kommt es zum ersten kleinen Ausbruch der ''bösen'' dunklen (schwarzen / black) Seite von Nina. Sie küsst Thomas nicht, sie beisst ihn. Dies ''gefällt'' Thomas so sehr, dass er kurzerhand Nina die Hauptrolle gibt.
Von da an trainiert Nina wie versessen für die Rolle des schwarzen Schwans. Für sie gibt es nichts anderes mehr und sie steigert sich enorm hinein. Ihre Mutter unterstützt sie so gut es geht, allerdings engt sie Nina gleichzeitig auch ein.
Sie entwickelt eine Art Psychose, was man daran erkennt, dass sie oftmals sich selbst sieht, allerdings anders als sie selbst ist. Nina trägt in der Regel immer weiße bzw helle Kleidung. Wenn sie sich selbst sieht, trägt ihr ''anderes'' Ich hingegen schwarze bzw dunkle Kleidung. Daran erkennt man wie sehr Nina davon besessen ist, die Rolle des schwarzen Schwans zu perfektionieren.
Sie sieh in den anderen Tänzerinnen Konkurrenten, obwohl sie die Rolle sicher hat. Als ihre Kollegin Lily in der Probe für sie einspringt und den schwarzen Schwan spielt, dreht Nina fast vollkommen durch.
Ihre Psychischen Probleme weiten sich auch immer mehr aus, indem sie Kratzspuren am Schulterblatt hat. Als ihre Mutter dies sieht, vermutet sie, dass Nina sich aufgrund des Drucks wund kratzt. Was aber nicht der Fall ist. Sie befindet sich im freien Fall und verliert den Bezug zur Realität. So denkt Nina z.B. dass sie eine Nacht mit Lily verbracht hat. Inkl. Sex natürlich (bei dem Nina für einen Augenblick sich selbst gesehen hat und nicht Lily). Als sie Lily am nächsten Tag beim Training damit konfrontiert, weiss Lily davon aber nichts. Sie war nämlich mit einem Mann zusammen, nicht mit Nina.
Der Höhepunkt kommt dann natürlich am Tag der Premiere des Stücks. Beim Tanz des weißen Schwans geschieht ein Fehler und Nina stürzt. Dieser Fehler geschieht einzig und allein durch Nina. Bei der Hebefigur sieht sie Lily und ist sofort abgelenkt. Bei der Pause, als sie sich in ihrer Garderobe für den schwarzen Schwan vorbereiten will sitzt Lily dort und macht sie wegen des Sturzes fertig und äußert zweifel ob sie es schaffen kann den schwarzen Schwan zu tanzen. Wieder im Wahn sieht Nina sich selbst und nicht Lily. Daraufhin dreht sie völlig durch und greift Lily an... oder sich selbst. Der ''Kampf'' endet damit, dass sie Lily/sich selbst mit einer Scherbe vom Spiegel nieder sticht. Wie man nach dem Tanz des Schwarzen Schwans sehen kann, hat sie nicht Lily, sondern sich selbst erstochen. Und genau so Endet der Film auch. Wie in Schwanensee, stirbt der weiße Schwan.

Einige mögen diesen Film bzw die Wandlung von Nina als übertrieben sehen, ich aber nicht. Nina stellt einfach eine junge Frau dar, die nur eine Bestimmung hat: Die Hauptrolle im Schwanensee. Nicht nur für sie ist dies eine Obsession, sondern auch für ihre Mutter. Für sie gibt es nichts anderes mehr und setzt Nina auch damit unter Druck, dass sie perfekt tanzen muss.
Ihre Obsession für diese Rolle spiegelt sich gut wieder, als Lily einmal für sie eingesprungen ist. Sie ist außer sich und den Tränen nahe.
Ich kann bzw möchte nicht sagen, dass der Film bzw das Verhalten/die Wandlung von Nina übertrieben ist, denn was im Kopf von solchen, die so extrem von einem Ziel besessen sind, vor sich geht, kann wohl niemand so richtig nachvollziehen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man sich in etwas so sehr hinein steigern kann, dass man Dinge sieht oder gar fühlt, die gar nicht existieren.

Die schauspielerische Leistung von Natalie Portman ist einfach nur Weltklasse. Dieses verzweifelte und verrückte verkörpert sie perfekt. Vor allem ihre Interpretation als schwarzer Schwan möchte ich da hervorheben. Alleine für diese Darstellung verdient sie meiner Meinung nach jeden Preis, den sie bekommen kann. Generell muss man den Tanz des schwarzen Schwans hervorheben. Auch wenn ich keine Expertin auf dem Gebiet bin, so kam der Tanz für mich perfekt rüber. Dazu noch die Effekte, wie sie das Federkleid bekommt. Einfach nur großartig.
Auch Mila Kunis darf hier nicht zu kurz kommen. Sie ist zwar nur in der Nebenrolle, aber dies meistert sie ebenfalls sehr gut. Mich wundert es, dass sie nicht für den Oscar nominiert wurde, aber immerhin hat sie eine Golden Globe Nominierung erhalten. Zurecht meiner Meinung nach.


Fazit
Ein sehr spannender und nervenaufreibender Film, der die menschliche Psyche von ihrer dunklen Seite zeigt. Wer auf Filme steht, die für die die menschliche Psyche eine wahre Herausforderung ist, der muss ''Black Swan'' auf jeden Fall gesehen haben. Sicher ist das Ende vom Film vorhersehbar, aber das schadet der Qualität nicht im geringsten.


Rating: 10/10