Mittwoch, 16. Februar 2011

Black Swan (Nadine)

Black Swan

Jeder, der sich auch nur ansatzweise für Filme interessiert, dürfte den Hype um Black Swan mitbekommen haben. Zuerst dachte ich mir, dass ein Tanz bzw Ballett Film sicher nicht so toll sein kann, dass der ganze Hype darum gerechtfertigt wäre. Doch der Tag, der Filmpremiere näherte sich und auch mehr Details kamen ans Tageslicht. Und schließlich kam auch bei mir der Hype an. Ich musste den Film unbedingt sehen!


Kurz zum Inhalt:
In dem Psychothriller BLACK SWAN bekommt die junge, aufstrebende Ballerina Nina (Natalie Portman) die Doppelrolle ihres Lebens: In ''Schwanensee'' soll sie sowohl den unschuldigen weißen als auch den dämonischen schwarzen Schwan verkörpern. Während sie die perfekte Besetzung für den weißen Schwan ist, muss sie für den Gegenpart der Figur lernen loszulassen und die dunkle Seite in sich hervorbringen. Angetrieben von dem charismatischen Ballettdirektor Thomas Leroy (Vincent Cassel) versucht sie verzweifelt ihre Blockaden zu überwinden. Ausgerechnet die neue, attraktive Kollegin Lily (Mila Kunis) hat all das, was Nina zu fehlen scheint. Droht Nina sogar die Rolle an Lily zu verlieren? Ninas Verzweiflung wächst und sie stößt einen ebenso befreienden wie selbstzerstörerischen Prozess an, bei dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen. Aber ungeachtet aller Gefahren treibt Nina ihre Vorbereitungen für die Premiere des Stücks weiter – denn für sie zählt nur eines: Vollkommenheit.


Meine ''Kritik'':
Trotz des Hypes und meiner Vorfreude, war ich in den ersten Minuten richtig skeptisch, denn Black Swan wirkt am Anfang nur wie ein weiterer Tanzfilm, wo die Hauptdarstellerin darum kämpfen muss, dass sie ''die Auserwählte'' sein wird. So wirkt er auch, allerdings ändert sich das recht schnell. Spätestens als Nina zum Direktor Thomas ins Büro geht und dieser von Nina ''überzeugt'' werden möchte, dass sie die Rolle verdient und niemand anderes, kommt es zum ersten kleinen Ausbruch der ''bösen'' dunklen (schwarzen / black) Seite von Nina. Sie küsst Thomas nicht, sie beisst ihn. Dies ''gefällt'' Thomas so sehr, dass er kurzerhand Nina die Hauptrolle gibt.
Von da an trainiert Nina wie versessen für die Rolle des schwarzen Schwans. Für sie gibt es nichts anderes mehr und sie steigert sich enorm hinein. Ihre Mutter unterstützt sie so gut es geht, allerdings engt sie Nina gleichzeitig auch ein.
Sie entwickelt eine Art Psychose, was man daran erkennt, dass sie oftmals sich selbst sieht, allerdings anders als sie selbst ist. Nina trägt in der Regel immer weiße bzw helle Kleidung. Wenn sie sich selbst sieht, trägt ihr ''anderes'' Ich hingegen schwarze bzw dunkle Kleidung. Daran erkennt man wie sehr Nina davon besessen ist, die Rolle des schwarzen Schwans zu perfektionieren.
Sie sieh in den anderen Tänzerinnen Konkurrenten, obwohl sie die Rolle sicher hat. Als ihre Kollegin Lily in der Probe für sie einspringt und den schwarzen Schwan spielt, dreht Nina fast vollkommen durch.
Ihre Psychischen Probleme weiten sich auch immer mehr aus, indem sie Kratzspuren am Schulterblatt hat. Als ihre Mutter dies sieht, vermutet sie, dass Nina sich aufgrund des Drucks wund kratzt. Was aber nicht der Fall ist. Sie befindet sich im freien Fall und verliert den Bezug zur Realität. So denkt Nina z.B. dass sie eine Nacht mit Lily verbracht hat. Inkl. Sex natürlich (bei dem Nina für einen Augenblick sich selbst gesehen hat und nicht Lily). Als sie Lily am nächsten Tag beim Training damit konfrontiert, weiss Lily davon aber nichts. Sie war nämlich mit einem Mann zusammen, nicht mit Nina.
Der Höhepunkt kommt dann natürlich am Tag der Premiere des Stücks. Beim Tanz des weißen Schwans geschieht ein Fehler und Nina stürzt. Dieser Fehler geschieht einzig und allein durch Nina. Bei der Hebefigur sieht sie Lily und ist sofort abgelenkt. Bei der Pause, als sie sich in ihrer Garderobe für den schwarzen Schwan vorbereiten will sitzt Lily dort und macht sie wegen des Sturzes fertig und äußert zweifel ob sie es schaffen kann den schwarzen Schwan zu tanzen. Wieder im Wahn sieht Nina sich selbst und nicht Lily. Daraufhin dreht sie völlig durch und greift Lily an... oder sich selbst. Der ''Kampf'' endet damit, dass sie Lily/sich selbst mit einer Scherbe vom Spiegel nieder sticht. Wie man nach dem Tanz des Schwarzen Schwans sehen kann, hat sie nicht Lily, sondern sich selbst erstochen. Und genau so Endet der Film auch. Wie in Schwanensee, stirbt der weiße Schwan.

Einige mögen diesen Film bzw die Wandlung von Nina als übertrieben sehen, ich aber nicht. Nina stellt einfach eine junge Frau dar, die nur eine Bestimmung hat: Die Hauptrolle im Schwanensee. Nicht nur für sie ist dies eine Obsession, sondern auch für ihre Mutter. Für sie gibt es nichts anderes mehr und setzt Nina auch damit unter Druck, dass sie perfekt tanzen muss.
Ihre Obsession für diese Rolle spiegelt sich gut wieder, als Lily einmal für sie eingesprungen ist. Sie ist außer sich und den Tränen nahe.
Ich kann bzw möchte nicht sagen, dass der Film bzw das Verhalten/die Wandlung von Nina übertrieben ist, denn was im Kopf von solchen, die so extrem von einem Ziel besessen sind, vor sich geht, kann wohl niemand so richtig nachvollziehen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man sich in etwas so sehr hinein steigern kann, dass man Dinge sieht oder gar fühlt, die gar nicht existieren.

Die schauspielerische Leistung von Natalie Portman ist einfach nur Weltklasse. Dieses verzweifelte und verrückte verkörpert sie perfekt. Vor allem ihre Interpretation als schwarzer Schwan möchte ich da hervorheben. Alleine für diese Darstellung verdient sie meiner Meinung nach jeden Preis, den sie bekommen kann. Generell muss man den Tanz des schwarzen Schwans hervorheben. Auch wenn ich keine Expertin auf dem Gebiet bin, so kam der Tanz für mich perfekt rüber. Dazu noch die Effekte, wie sie das Federkleid bekommt. Einfach nur großartig.
Auch Mila Kunis darf hier nicht zu kurz kommen. Sie ist zwar nur in der Nebenrolle, aber dies meistert sie ebenfalls sehr gut. Mich wundert es, dass sie nicht für den Oscar nominiert wurde, aber immerhin hat sie eine Golden Globe Nominierung erhalten. Zurecht meiner Meinung nach.


Fazit
Ein sehr spannender und nervenaufreibender Film, der die menschliche Psyche von ihrer dunklen Seite zeigt. Wer auf Filme steht, die für die die menschliche Psyche eine wahre Herausforderung ist, der muss ''Black Swan'' auf jeden Fall gesehen haben. Sicher ist das Ende vom Film vorhersehbar, aber das schadet der Qualität nicht im geringsten.


Rating: 10/10

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