Mittwoch, 16. Februar 2011

American Beauty (Nadine)

American Beauty

Auch American Beauty war ein Film, für den ich mich zuerst nicht sonderlich interessiert habe. So ging ich ohne irgendwelche Erwartungen an diesen heran.


Kurz zum Inhalt:
… sehen Sie genau hin bei der meistgelobten Besetzung des Jahres, angeführt von Kevin Spacey und Annette Bening als die unvergesslichen Lester und Carolyn Burnham, ein scheinbar ganz normales Paar in einem anonymen Vorort, dessen Ehe – und Leben – langsam auseinanderzufallen droht. Von der ersten Minute bis zum haarsträubenden Ende ist American Beauty ein ''absolutes Meisterwerk (Rod Dreher, New York Post), das sein Publikum unterhält und dazu herausfordert … in den nächsten Jahren genau hinzusehen.


Meine ''Kritik'':
American Beauty kann man eigentlich in zwei Teile teilen: Die erste Hälfte des Filmes ist sehr lustig und bietet für den ''schwarzen Humor'' den ein oder anderen Leckerbissen. In der zweiten Hälfte wird das Hauptaugenmerk auf die tiefe der Charaktere gelenkt und so erfährt man z.B. von Angela, Ricky oder Jane viel mehr.
Lester Burnham ist von diesem Bilderbuch Vorort-Leben genervt und kann es nicht länger vor seiner Familie verstecken. Der endgültige Knackpunkt kommt, als Lester mit Ricky einen Joint raucht und Ricky seinen Job kündigt. Dies hat Lester sehr imponiert. Er traut sich mehr zu und stellt somit sein Leben völlig auf den Kopf. Er kündigt nicht nur seinen Job, nein er erpresst seinen Boss um mehrere tausend Dollar. Er bietet seiner Frau die Stirn und zeigt ihr wer der Mann im Hause ist und zu guter letzt wird er Jane gegenüber strenger. Dies alles beflügelt seinen Charakter so sehr dass er sich zum ersten mal seit langer Zeit glücklich fühlt. Natürlich kommt auch ein guter Schuss Selbstbewusstsein hinzu, so dass Janes Freundin, Angela, zu einer Art Obsession für ihn wird. Dies entwickelt sich so bizarr, dass er anfängt zu trainieren, nachdem er ein Gespräch von Angela und Jane belauscht hat, in dem Angela sagte, dass Lester ein interessanter Mann wäre, er nur etwas trainieren sollte.
Das ''Film-Finale'' ist sehr eindeutig mMn. Lester ist zwar von Angela besessen und würde alles dafür geben um bei ihr zu landen, aber es hat soviel Anstand, dass er nicht der erste für sie sein möchte. Hier beweist Lester dass er Charakter hat und nicht so rücksichtslos ist wie er zuvor dargestellt wurde.
Dass der Nachbar, Frank, Lester erschossen hat ist mMn nachvollziehbar. Frank, der sich immer abwertend gegenüber Homosexuelle geäußert hat, ist in Wirklichkeit selbst einer. Niemand weiss das.... außer Lester, weil Frank ihn geküsst hat, bzw es wollte. Für Frank hätte es nichts schlimmeres gegeben wenn jemand erfahren hätte, dass er schwul ist, darum räumte er – in einer verzweifelten Tat – diesen jemand aus dem Weg, der es wusste.
Carolyn wollte Lester auch umbringen, wobei ich da ehrlich gesagt keine Ahnung habe wieso. Natürlich hat Lester das Leben der Burnhams ordentlich auf den Kopf gestellt, aber das Leben der Burnhams war vorher auch nicht so rosig. Oberflächlich betrachtet wohl schon, aber wenn man mal an der Oberfläche gekratzt hat konnte man schon sehen dass es gar nicht Rund läuft. Ich kann mir als Motiv nur vorstellen, dass Carolyn die Worte von Buddy Kane (ihrem Liebhaber) in den Ohren hatte: ''Du hast eine teure Scheidung vor dir'' (im übertragenen Sinne) und da Carolyn sich von Lester in letzter Zeit tyrannisiert gefühlt hat, wollte sie ihm diesen Erfolg nicht gönnen. Bevor eine teure Scheidung ansteht, steht lieber ein tolles Erbe an. Fraglich ist nur wie Carolyn diese Tat hätte vertuschen wollen. Ich denke, dass sie soweit gar nicht gedacht hat.
Ein Punkt der sehr zu erwähnen ist, ist der, dass Lester glücklich gestorben ist. Sehr gut zu sehen ist das in der letzte Szene, in der man sein Gesicht sieht: Er lächelt.

Der Charakter des Lester Burnham wurde von Kevin Spacey großartig umgesetzt. Ich hab ihm seine Rolle zu 100 % abgekauft. Ebenso überzeugt Annette Bening als Carolyn. Diese leicht verrückte und hochnäsige Frau ist sehr gut gespielt.


Fazit
Der Film lebt zum großen Teil von den zynischen Dialogen und diese sind es auch die teilweise zum Nachdenken anregen. Sie treffen den Nerv und sind zu keinem Zeitpunkt übertrieben dargestellt.
Eine Satire auf das oberflächliche Bilderbuchleben in kleinen, wohlhabenden Vorstädte. Ich weiss es zwar nicht, aber ich denke, dass der Macher von den ''Desperate Housewives'' ein Fan von American Beauty ist.



Rating: 9/10

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