Samstag, 15. Januar 2011

Die Jury (Nadine)

Die Jury

Eine Verfilmung eines John Grisham Romans. Diese sind durch die Reihe empfehlenswert und legt die Messlatte dementsprechend sehr hoch. Ich bin völlig unvoreingenommen an den Film herangegangen und somit konnte ich gar nicht enttäuscht werden.


Kurz zum Inhalt:
Ein schwarzer Familienvater erschießt die weißen Vergewaltiger seiner kleinen Tochter. Ein ehrgeiziger junger Anwalt, unterstützt von einer zwar brillianten, aber vollkommen unerfahrenen Studentin, übernimmt seine Verteidigung – und will dabei nur eines erreichen: Gerechtigkeit. Doch zwischen Ku-Klux-Klan, brutalen Unruhen und Medien-Terror wird aus dem rassistischem Reizklima einer Südstaaten-Kleinstadt schnell ein unkontrollierbares Pulverfass …


Meine ''Kritik'':
Meines Erachtens nach kann man über den Film an sich wenig schreiben. Mehr liegt der Fokus auf zwei Themen: Rassismus und die Todesstrafe.
Dass Carl Lee Hailey dem Gericht die Entscheidung über das Strafmaß der Peiniger seiner Tochter abnimmt, ist aus der Sicht von Carl Lee zu verstehen. Er wollte einfach nicht, dass die beiden mit dem im Vorfeld gehandelten, 10 Jahren Gefängnisstrafe davon kommen und aus seiner Sicht haben die beiden nicht das Recht weiter auf der Welt zu sein.
Anwalt Jake Brigance vertritt Carl Lee und im Grunde weiß er, dass er schuldig ist und man ihn nur wegen Unzurechnungsfähigkeit rausboxen könnte. Und genau darauf plädieren sie auch.
Die Zeit während des Prozesses werden Jake und seine ''Gehilfin'' Ellen Roark vom Ku-Klux-Klan angegriffen. Sei es physisch oder psychisch. Eine sehr emotionale Szene ist die, in der Jake vor seinem brennenden Haus steht und denkt, dass sein Hund noch im Haus ist (was zum Glück nicht der Fall ist). Dies war auch eine der Schlüsselszenen in der Jake sich dachte ''Ganz oder gar nicht'' und er gibt gemeinsam mit Ellen nochmal richtig Gas im Prozess.
Dass Carl Lee nur noch Dank eines emotionalen Plädoyers ''gerettet'' werden kann zeichnet sich recht schnell ab. Carl Lee ist aus rechtlicher Sicht ganz klar schuldig. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Für den ein oder anderen scheint das Urteil der Jury, dass Carl Lee freigesprochen wird, unlogisch sein. Für mich aber nicht. Es ist so, dass Jake die Jury emotional gepackt hat und diese durch das Schlussplädoyer ihre Entscheidung, ob schuldig oder nicht schuldig, mit dem Herzen treffen und nicht aus ''rechtlicher-Sicht''. Und da alle in der Jury wohl genau so wie Carl Lee gehandelt hätten, entschieden sie sich ihn frei zu sprechen. Genau so empfinde ich es auch. Rechtlich ist Carl Lee wie schon gesagt klar schuldig. Aus emotionaler Sicht hingegen kann ich Carl Lee vollsten Verstehen, allerdings tue ich mir schwer zu sagen, dass Carl Lee unschuldig ist. Ein Ergebnis wie ''schuldig, aber dennoch freigesprochen'' wäre da die wohl korrekteste Bedeutung.
Das Thema Rassismus bzw der Konflikt zwischen den weißen und den schwarzen wurde in dem Film sehr gut dargestellt. Allerdings haben mir ein wenig die Argumente der ''weißen'' gefehlt. Diese kamen wirklich als stumpfe Vollidioten rüber, die einfach gegen die schwarzen sind, weil sie schwarz sind. Ich denke nämlich nicht dass das Grunddenken der ''weißen'' in dem Film ist, dass die schwarzen scheiße sind, weil sie schwarz sind.
Das Thema Todesstrafe wurde ebenfalls gut dargestellt und beide Seiten (Pro & Anti) wurden durch Jake und Ellen gut vertreten. Ich bin auch der Meinung, dass ein Mörder oder ein Kinderschänder (nur als Beispiel) die Todesstrafe verdient haben. Diese ruinieren das Leben ihrer Opfer und das ihrer Angehörigen, so dass es – für mich – in solchen Fällen nicht gerechtfertigt ist mit einer Haftstrafe zu reagieren. Es fehlt einfach die Relation: Ein Mensch, der Steuerbetrug begeht, kommt (schlimmstenfalls) ins Gefängnis. Mit welchem Grund, muss jemand der keinen Menschen direkt leid zufügt, die gleiche Strafe bekommen wie jemand der einen umgebracht oder misshandelt hat? Aber das weicht zu sehr vom Film ab...
Die Schauspieler sind alle phänomenal. Ein absolutes Mega-Cast (Matthew McConaughey, Sandra Bullock, Samuel L. Jackson Kevin Spacey, Donald Sutherland und Kiefer Sutherland) bei dem jeder auf absolut hohem Niveau seine Rolle verkörpert.

Fazit
Ein sehr guter und vor allem nachdenklicher Film. Trotz der Länge von fast 2 ½ Stunden ist er sehr kurzweilig. Die Zeit vergeht wie im Fluge und das obwohl es kein ''Popcorn-Kino'' ist. Sehr zu empfehlen!


Rating: 9,5/10

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